Die GmbH

GmbH ist die Kurzform für Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Die GmbH ist die beliebteste Rechtsform in Deutschland. Sie ist eine Kapitalgesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit. Die beschränkte Haftung bezieht sich auf die Verbindlichkeiten der GmbH, diese dehnen sich nicht wie bei Personengesellschaften auch auf die Gesellschafter selbst aus. Das bedeutet, dass die GmbH immer nur mit dem Gesellschaftsvermögen haftet, das Privateigentum der Gesellschafter bleibt außen vor.

Rechtliche Grundlagen zur GmbH

Die rechtliche Grundlage für eine GmbH schafft das GmbH Gesetz. Es stammt bereits aus dem vorletzten Jahrhundert und hatte seine letzte größere Veränderung 2008 mit dem Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG). Diese Änderung sollte die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen GmbH im Vergleich zu ausländischen Varianten der Rechtsform stärken.

Die Gründung einer GmbH ist für alle gesetzeskonformen Zwecke möglich. Sie gilt immer als „Formkaufmann“ gemäß § 13 Abs. 3 GmbHG i. V. m. § 6 HGB. Die GmbH ist ein Gewerbebetrieb und somit gewerbesteuerpflichtig. Daher sollten Freiberufler und Vermögensverwalter prüfen, ob eine GmbH wirklich die beste Rechtsform für ihre Zwecke ist.

Welche Voraussetzungen gelten für die GmbH-Gründung

Um eine GmbH zu gründen braucht es zunächst eine oder mehrere juristische oder natürliche Personen, die einen Gesellschaftsvertrag miteinander schließen. Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt mindestens 25.000 Euro. Für die Gründung und den Eintrag ins Handelsregister ist zunächst eine Mindesteinlage in Höhe der Hälfte des Stammkapitals zu erbringen. Die Mindesteinlage muss in den folgenden Jahren bis zur Höhe des eingetragenen Stammkapitals aufgestockt werden.

Die Stammeinlage der Gesellschafter kann in Bar- oder in Sachwerten geleistet werden. Man spricht dann von einer Bargründung oder einer Sachgründung. Im Vergleich zur Bargründung ist die Sachgründung etwas komplizierter, denn der Sachwert muss im Gesellschaftsvertrag genau beschrieben und bewertet werden. Hinzu kommt die Verfassung eines Sachgründungsberichts. Diese Unterlagen über die Sacheinlage müssen für den Eintrag ins Handelsregister mit eingereicht werden.

Erst mit dem Eintrag im Handelsregister ist die Gesellschaft eine GmbH. Die GmbH durchläuft während der Gründung zwei Phasen. Zunächst die Vorgründungsgesellschaft und anschließend die GmbH i.G.

Die Vorgründungsgesellschaft

Die Phase der Vorgründungsgesellschaft beginnt mit dem Beschluss der beteiligten Gesellschafter eine GmbH zu gründen. In dieser Phase wird der Gesellschaftsvertrag aufgesetzt und für die notarielle Beurkundung ausgearbeitet. Rechtlich wird die Vorgründungsgesellschaft jetzt wie eine GbR oder eine oHG betrachtet. Wird also bereits in der Vorgründung eine unternehmerische Tätigkeit aufgenommen, sollten sich die Gesellschafter darüber im Klaren sein, dass sich die Haftung unbeschränkt auf das Privateigentum ausdehnt.

GmbH i.G – die GmbH in der Gründung

Ist der Gesellschaftsvertrag notariell beurkundet, fehlt für die formelle Gründung nur noch der Eintrag im Handelsregister. In der Zwischenzeit wird die Vorgründungsgesellschaft zur GmbH i.G. Dies hat Auswirkungen auf die rechtliche Stellung und damit auf die Haftung. Die Unternehmer haften nun nach den Rechten der GmbH. Die Gesellschaft kann ihre unternehmerische Tätigkeit aufnehmen, die Gesellschafter haften nur noch in Ausnahmefällen mit Ihrem Privatvermögen. Eine Ausnahme dabei ist die sogenannte Verlustdeckungshaftung. Sie greift, wenn in dieser Phase der Gründung das Gesellschaftsvermögen unter das Stammkapital sinkt. Die Differenz zum Stammkapital muss dann aus dem Privatvermögen der Gesellschafter aufgebracht werden, da mindestens das halbe Stammkapital am Tag der Eintragung im Handelsregister vollständig zur Verfügung stehen muss. Ist die Eintragung erfolgt wird die GmbH i.G zur GmbH und die Gründung ist abgeschlossen.

Die GmbH Teil II

Der Inhalt der GmbH Satzung

Die Satzung der GmbH ist unerlässlich für den Eintrag ins Handelsregister. In ihr werden die relevanten Formalien der Gründung festgeschrieben. Folgende Daten müssen zwingend enthalten sein:

1. Der Firmenname der GmbH

Die Firma beziehungsweise der Firmenname muss die Bezeichnung „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ oder eine allgemein verbindliche Abkürzung enthalten. Gültig sind unter anderem GmbH oder Ges.m.b.H.. Der Firmenname muss den Auflagen der §§18 und 30 des HGB entsprechen. Darin steht unter anderem, der Name soll zur Kennzeichnung der Firma geeignet sein und muss so gewählt werden, dass keine Verwechslungsgefahr mit bereits eingetragenen Firmen besteht. Darüber hinaus darf er nicht irreführend sein, also über die eigentlichen Absichten der Firma hinwegtäuschen.

2. Der Unternehmenssitz der GmbH

Der Satzungs-Sitz, oder auch Unternehmenssitz, der Gesellschaft wird im Gesellschaftsvertrag festgelegt. Als Unternehmenssitz darf nur ein Ort, beziehungsweise eine eingetragene Gemeinde in Deutschland gewählt werden. Der Verwaltungssitz, einzelne Niederlassungen oder Zweigstellen können sowohl in Deutschland, als auch im Ausland liegen.

3. Der Gegenstand des Unternehmens

Mit „Gegenstand es Unternehmens“ ist der Zweck der Firmengründung gemeint. Eine GmbH kann für jede gesetzeskonforme Absicht gegründet werden.

4. Die Höhe des Stammkapitals der GmbH

Das Mindeststammkapital beträgt 25.000 Euro

5. Die Geschäftsanteile der GmbH Gesellschafter

Als Geschäftsanteil wird die Summer oder der Sachwert bezeichnet, den jeder Gesellschafter zum Stammkapital beigesteuert hat. Ein Gesellschafter kann nach §5 Absatz 2 des GmbHG mehrere Geschäftsanteile in unterschiedlicher Höhe übernehmen. Grundsätzlich muss der Geschäftsanteil eines Gesellschafters immer in vollen Euro angegeben werden.

Die Geschäftsführung der GmbH

Die GmbH agiert als juristische Person durch zwei notwendige Organe. Die Gesellschafterversammlung und die GmbH Geschäftsführung. Ohne die Geschäftsführung kann die GmbH als juristische Person nicht handeln. Der Geschäftsführer der GmbH muss nicht zwingend ein Gesellschafter sein. Er kann von extern angestellt werden, man spricht dann von einer Fremdorganschaft. Wie viele Geschäftsführer eine GmbH haben darf, ist gesetzlich nicht begrenzt. Als ausführendes Organ vertritt der Geschäftsführer das Unternehmen nach außen und hat die interne Leitung der Gesellschaft.

Welche Steuern muss die GmbH zahlen?

Körperschaftssteuer

Auf das Einkommen der GmbH wird Körperschaftssteuer fällig. Der Steuersatz beträgt 15 Prozent. Inklusive 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftssteuer, liegt der Steuersatz bei 15,825 Prozent des zu versteuernden Einkommens.

Kapitalertragsteuer

Zahlt die GmbH eine Dividende an die Gesellschafter,werden davon 25 Prozent Kapitalertragsteuer fällig. Dazu kommen Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer, die ebenfalls an das Finanzamt abgeführt werden müssen. Die weitere steuerliche Behandlung der Dividende und der einbehaltenen Kapitalertragsteuer des Gesellschafters hängt davon ab, ob der Gesellschafter eine natürliche oder juristische Person mit Wohnsitz im Inland oder Ausland ist.

Gewerbesteuer

Die GmbH ist eine Handelsgesellschaft nach HGB (§13 Abs.3 GmbHG). Unabhängig vom Unternehmenszweck ist sie deshalb Gewerbesteuer pflichtig.

Umsatzsteuer

Die GmbH kann Unternehmer im Sinne des Umsatzsteuerrechts sein (§ 2 UStG). Als juristische Person kann sie allerdings auch unselbständiger Teil einer umsatzsteuerlichen Organschaft sein.

Die Buchführung für die GmbH

Grundsätzlich ist die GmbH zur Buchführung verpflichtet. Die Buchführung fällt in den Verantwortungsbereich des Geschäftsführers, zu dessen Aufgaben die Erstellung eines Jahresabschlusses und eines Lageberichts gehört. Der Jahresabschluss setzt sich aus der Überschussrechnung und der Bilanzierung zusammen. Im Lagebericht wird zusätzlich die gegenwärtige Situation der Firma beschrieben und eingeschätzt. Beides wird jährlich beim Handelsregister eingereicht.

Wie kann man eine GmbH auflösen?

Für die Auflösung einer GmbH kann es diverse Beweggründe geben. Die Auflösung ist möglich:

– bei einer Auflösungsklage durch ein dementsprechendes Gerichtsurteil.

– wenn die festgelegte Zeitspanne für die Unternehmung aus dem Gesellschaftsvertrag abgelaufen ist.

– bei Eröffnung der Insolvenz.

– wenn die Gesellschafter eine Auflösung beschließen.

Für eine GmbH kann Überschuldung schon ein Insolvenzgrund sein. Unabhängig davon, welcher Insolvenzgrund besteht, muss die Insolvenz bis spätestens drei Wochen nach bekanntwerden des Insolvenzgrundes beantragt werden.

Die Auflösung einer GmbH muss beim Handelsregister gemeldet werden. Die GmbH wird dann Liquidiert, also aus dem Handelsregister gelöscht. Dazu kann es auch kommen, wenn die Löschung der GmbH aus Mangel an Vermögen, auf Antrag der IHK, der Finanzbehörden oder von Amtswegen beantragt wird.

Unternehmensgründung mit aditum

Unsere Kanzlei vereint alle Spezialisten, die Sie zur erfolgreichen Unternehmensgründung brauchen in einem Team. Gerne beraten wir Sie rund um das Thema Firmengründung und die Auswahl der passenden Rechtsform.

Artikel Hinweis

Die Artikel enthalten nur allgemeine Informationen und Hinweise, da bei jedem Mandanten die für ihn zutreffende Rechtsgrundlagen beachtet werden müssen, können sie eine individuelle Beratung nicht ersetzen.

Die Inhalte dienen der Information unserer Mandanten, jede Vervielfältigung, auch ausschnittweise, ist nur für den privaten Gebrauch gestattet.

Wünsche zu Themen aus dem Bereichen Rechtsberatung, Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und Unternehmensentwicklung können Sie uns gerne senden >> Bitte beachten Sie das die Beantwortung individueller Fragen in diesem Rahmen durch unsere Experten leider nicht möglich ist und wir nicht garantieren können, jedes Thema aufzunehmen.