Die Kommanditgesellschaft – KG

Die Kommanditgesellschaft ist eine Personengesellschaft die es ermöglicht, ein Handelsgewerbe mit mehreren Gesellschaftern unter einer gemeinsamen Firma zu betreiben. Bei Personengesellschaften gibt es immer wenigstens einen Gesellschafter, der mit seinem gesamten Privatvermögen für die Verbindlichkeiten haftet.

Die Kommanditgesellschaften sind in ihrer Zusammensetzung einzigartig unter den Personengesellschaften. Sie bestehen aus mindestens einem persönlich haftenden Gesellschafter, dem Komplementär und mindestens einem Gesellschafter, der nur mit seiner Einlage haftet, dem Kommanditisten. Die Rechtsgrundlage dafür sind die §§ 161–177a des HGB. Ergänzend gelten die Vorschriften für offene Handelsgesellschaft (OHG) und für Gesellschaften des bürgerlichen Rechts (GbR).

Wie wird die KG gegründet?

Für die Gründung einer Kommanditgesellschaft muss zwischen mindestens einem Komplementär und einem Kommanditisten ein Gesellschaftsvertrag geschlossen werden. Im Gesellschaftsvertrag werden die Firma, der Zeitraum in dem die Gesellschaft bestehen soll, sowie die Kündigungsmöglichkeit und die Haftungssumme des Kommanditisten bestimmt. Sofern im Gesellschaftsvertrag nicht explizit etwas anderes vereinbart wird, sind die Kommanditanteile nicht übertragbar.

Der Firmenname der KG kann ein Personen-, Sach-, Misch- oder Phantasiename sein. Zwingend notwendig ist der Zusatz Kommanditgesellschaft oder KG im Namen (§ 19 Abs. 1 Nr. 3 HGB). Die Firma muss auf das Bestehen einer Gesellschaft hinweisen. Kommanditisten dürfen in der Firma genannt werden, wenn dadurch die Haftungsverhältnisse im Unternehmen nicht im Geschäftsverkehr verschleiert werden.

Die KG muss ins Handelsregister eingetragen werden. Allerdings: sobald die KG ihre Geschäfte aufnimmt gilt die Firma als gegründet (§ 161 in Verbindung mit § 123 Abs. 2 HGB). Die Haftung der Gesellschafter beginnt also schon vor dem Eintrag ins Handelsregister. Wichtig für den Kommanditisten: Ab Eintritt des Kommanditisten in die Gesellschaft bis zum vollzogenen Eintrag ins Handelsregister haftet er mit seinem gesamten Vermögen, über die vereinbarte Einlage hinaus.

Außerdem muss die KG beim Gewerbeamt und dem Finanzamt angemeldet werden. In den meisten Fällen kommt dazu noch der Eintrag bei der Industrie- und Handelskammer.

Die Geschäftsführung der KG

Grundsätzlich sind ausschließlich die Komplementäre zur Geschäftsführung berechtigt und verpflichtet. Die Komplementäre der Gesellschaft sind jeder für sich befugt, die Gesellschaft nach außen zu vertreten (§ 125 in Verbindung mit § 161 HGB). Bei Geschäften, die über den normalen Betrieb des Handelsgewerbes hinausgehen, kann ein Gesellschafter der Entscheidung des anderen widersprechen (§ 164 HGB).

Kommanditisten sind per Gesetz nicht zur Geschäftsführung ermächtigt und dürfen die Gesellschaft nicht nach außen vertreten. Vertraglich können ihnen aber eine Prokura, Handlungsvollmacht oder die Geschäftsführung erteilt werden.

Die Buchführung der Kommanditgesellschaft

Die KG wird im Sinne des Handelsgesetzbuches (HGB) rechtlich wie ein Kaufmann betrachtet. Dementsprechend ist die KG zur Buchführung verpflichtet. Die Handelsgeschäfte und die finanzielle Lage der Gesellschaft müssen nach den Prinzipien der ordnungsgemäßen Buchführung transparent dargestellt werden.

Dazu gehört auch die Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung am Ende des Geschäftsjahres. Die Aufstellung dieser Bilanz ist Aufgabe der Komplementäre. Die Kommanditisten bekommen eine Kopie der Jahresbilanz und können diese unter Einsichtnahme in die Bücher überprüfen. Es kann jedoch vertraglich geregelt werden, für die Buchführung eine externe Stelle zu beauftragen.

Die Auflösung der KG

Die Kommanditgesellschaft kann sich auflösen, wenn:

die Gesellschafter ihre Auflösung beschließen,

im Gesellschaftsvertrag ein Zeitraum für das Bestehen der KG festgelegt wurde,

die Gesellschaft in die Insolvenz geht,

durch eine gerichtliche Anordnung,

ein Gesellschafter aus der KG austritt,

ein Komplementär verstirbt. Stirbt ein Kommanditist wird die KG mit dem Erben fortgesetzt, es sei denn, im Gesellschaftsvertrag wurde etwas Abweichendes vereinbart.

Steuerpflicht der KG – welche Steuern muss die KG zahlen

Im steuerlichen Sinne ist die Kommanditgesellschaft eine Mitunternehmerschaft. Eine Ausnahme besteht unter Umständen, wenn die KG lediglich zur Vermögensverwaltung betrieben wird.

Gewerbesteuer:

Die KG ist gewerbesteuerpflichtig und die zu zahlende Gewerbesteuer ist keine Betriebsausgabe (§ 4 Abs. 5b EStG). Sie wird jedoch teilweise auf die Einkommensteuer der Gesellschafter angerechnet. Ein Freibetrag von 24.500 Euro wird bei der Ermittlung des Gewerbeertrags berücksichtigt. (§ 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 GewStG)

Einkommensteuer:

Die Gesellschafter der KG erzielen aus ihrer Beteiligung einkommensteuerpflichtige Einkünfte aus Gewerbebetrieb nach § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG. Um einkommensteuerpflichtige Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung gem. § 21 Abs. 1 EStG handelt es sich, wenn die KG zur Vermögensverwaltung betrieben wird und keine gewerbliche Prägung vorliegt. Üben alle Beteiligten der KG eine freiberufliche Tätigkeit aus und erfüllen die Voraussetzungen des § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG und liegt auch hier keine gewerbliche Prägung vor, können die Beteiligungseinkünfte aus der KG unter Umständen den Einkünften aus selbständiger Arbeit zugeordnet werden.

Wichtig: einkommensteuerpflichtig ist jeder einzelne Gesellschafter, nicht die KG an sich. Allerdings wird üblicherweise der Gesamtgewinn der KG ermittelt und dann entsprechend der Beteiligung der Gesellschafter verteilt. Verluste sind, soweit durch sie ein negatives Kapitalkonto entsteht oder dessen Saldo sich erhöht, gemäß § 15a EStG nicht ausgleichsfähig. Sie werden gesondert festgestellt und sind mit zukünftigen Gewinnen verrechenbar.

Umsatzsteuer:

Die KG ist Unternehmer im Sinne des Umsatzsteuergesetzes (§ 2 UStG).

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