Finanzbuchhaltung - Definition

Die Finanzbuchhaltung ist ein Bereich der Buchführung aus dem betrieblichen Rechnungswesen eines Unternehmens. Dabei werden alle unternehmensbezogenen Transaktionen nach den Regeln der Buchführung thematisch und zeitlich sortiert erfasst. Ziel ist es, nach Abschluss einer Abrechnungsperiode (Monat, Quartal, Jahr) das Gesamtergebnis der Unternehmung zu ermitteln.

Wer ist zur Finanzbuchhaltung verpflichtet?

Die Verpflichtung zur Finanzbuchhaltung oder Finanzbuchführung ergibt sich aus gesetzlichen Verpflichtungen zur Buchführung. Nach den Vorschriften im Handelsgesetzbuch (HGB) gilt sie für Kaufleute und Gewerbetreibende. Kleingewerbetreibende und Freiberufler können die Methode der Einnahmeüberschussrechnung anwenden.

Zu den Freiberuflern gehören beispielsweise Ärzte oder Architekten. Freiberufler sind grundsätzlich nicht zur Finanzbuchführung verpflichtet, es sei denn sie üben Ihren Beruf in Form einer Kapital- oder Handelsgesellschaft aus, dann gilt: §6 Abs.1 HGB (Formkaufleute), der zur Finanzbuchhaltung verpflichtet.

Die gesetzlichen Definitionen sehen wie folgt aus:

Handelsrecht:

1. „Jeder Kaufmann [i. S. d.§1–7 HGB] ist verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen.“ §238 (1) S. 1 HGB.

2. Gewerbetreibende, deren Unternehmen nach Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordern oder die im Handelsregister eingetragen sind, sind Kaufleute und damit zur Buchführung verpflichtet. § 241a HGB (eingefügt durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG)) legt die Befreiung kleiner Einzelkaufleute von der Buchführungspflicht fest.

Steuerrecht:

3. Derivative (abgeleitete) Buchführungspflicht
„Wer nach anderen Gesetzen als den Steuergesetzen Bücher und Aufzeichnungen zu führen hat, die für die Besteuerung von Bedeutung sind, hat die Verpflichtungen, die ihm nach den anderen Gesetzen obliegen, auch für die Besteuerung zu erfüllen.“ §140 Abgabenordnung (AO)

4. Originäre Buchführungspflicht
„Gewerbliche Unternehmer sowie Land- und Forstwirte, die nach den Feststellungen der Finanzbehörde für den einzelnen Betrieb
1. Umsätze einschließlich der steuerfreien Umsätze, ausgenommen die Umsätze nach § 4 Nr. 8 bis 10 des Umsatzsteuergesetzes, von mehr als 500.000 Euro (ab 2016: 600.000 Euro) im Kalenderjahr oder
2. (weggefallen)
3. selbstbewirtschaftete land- und forstwirtschaftliche Flächen mit einem Wirtschaftswert (…) von mehr als 25.000 Euro oder
4. einen Gewinn aus Gewerbebetrieb von mehr als 50.000 Euro (ab 2016: 60.000 Euro) im Wirtschaftsjahr oder
5. einen Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft von mehr als 50.000 Euro (ab 2016: 60.000 Euro) im Kalenderjahr gehabt haben,
sind auch dann verpflichtet, für diesen Betrieb Bücher zu führen und auf Grund jährlicher Bestandsaufnahmen Abschlüsse zu machen, wenn sich eine Buchführungspflicht nicht aus § 140 [s. o.] ergibt.“ – § 141 (1) S. 1 AO

Buchführungspflicht hin oder her - Jeder Unternehmer sollte sich bewusst machen, dass die Finanzbuchhaltung und die Buchführung an sich, auch im eigenen Interesse liegen. Um vernünftige und erfolgreiche kaufmännische Entscheidungen treffen zu können, braucht man die Übersicht über alle wichtigen Unternehmenswerte.

Wer sich nicht sicher ist, in welche Kategorie seine Unternehmung gehört, sollte sich fachkundige Hilfe beim Steuerberater holen. Das kann Zeit und Ärger mit dem Finanzamt sparen.

Wie funktioniert Finanzbuchhaltung genau?

Die Geschäftsbuchhaltung dokumentiert den Werteverkehr einer Unternehmung, also die Veränderung der Vermögenswerte durch die getätigten Geschäfte. Dazu Zählen Transaktionen mit Kunden und Lieferanten, genauso wie die Einnahmen und Ausgaben durch Schuldner oder Gläubiger. Sämtliche Vorgänge werden verzeichnet und auf die entsprechenden Konten gebucht.

Aus diesen Daten wird nach der Abrechnungsperiode die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) erstellt. Die GuV darf nicht mit der „Kosten- Leistungsrechnung“ aus der Betriebsbuchführung verwechselt werden. Während die Kosten- Leistungsrechnung nur der innerbetrieblichen Abrechnung dient, und nicht verpflichtend ist, zeigt die GuV genau die Gewinne und Verluste des Unternehmens gegenüber innerbetrieblichen und externen Stellen.

Bilanz und GuV – Die doppelte Buchführung

Doppelte Buchführung, oder kaufmännische Buchführung, ist die führende Methode in der Finanzbuchhaltung der privat Wirtschaft und im HGB (Buchführungspflicht) unter § 238 verankert.
„Doppelt“ bezieht sich zum einen darauf, dass man den Wert eines Unternehmens auf zweifache Art (Bilanz,GuV) ermitteln kann, und zum anderen darauf, dass jeder Geschäftsvorfall doppelt erfasst wird. „Doppelt erfasst“ bedeutet auf verschiedenen Konten. Der Gleiche Wert wird zur selben Zeit im Soll und im Haben (Konto und Gegenkonto) gebucht.

Vereinfacht: Statt jede Transaktion direkt in der Bilanz zu verzeichnen, wird der Wert auf dem zum entsprechenden Bilanzposten (Art der Einnahme/Ausgabe) gehörigen Konto gebucht. Am Ende des Geschäftsjahres werden dann die Kontosalden aller Konten als Schlussbilanz zusammengefasst.

Wer hat Einsicht in die Finanzbuchführung? Für wen ist Finanzbuchführung wichtig?

Zunächst wird dabei zwischen möglichen unternehmensinternen Adressaten und Adressaten außerhalb des Unternehmens unterschieden.

Im Unternehmen:
1. Der Unternehmer: ständige Übersicht über alle Zahlen, für gute kaufmännische Entscheidungen
2. Unternehmensbeteiligte interne Kapitalgeber: Ist das Unternehmen als Gesellschaft organisiert, können die Gesellschafter aussagekräftige Berichte über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens fordern.
3. Arbeitnehmer und Arbeitnehmervertretungen (Betriebsrat)

Externe Stellen:
1. Externe Kapitalgeber: Besonders Banken fordern regelmäßige Übersichten zur wirtschaftlichen Lage des Unternehmens
2. Gläubiger
3. Finanzamt: Die Buchhaltung eines Unternehmens muss transparent geführt und auf Verlangen der Steuerbehörden auch noch nach Jahren vorgelegt werden können. In unregelmäßigen Abständen kann es zu Steuerprüfungen kommen.

Die Vorteile professioneller Finanzbuchhaltung durch Experten

Buchhaltung ist mehr als ein notwendiges Übel, um steuerrechtliche Belange zu regeln. Eine ordentliche Buchführung kann ein wertvoller Beitrag zur Weiterentwicklung des Unternehmens sein. Die professionell strukturierte Finanzbuchhaltung, welche Ein- und Ausgänge tagesaktuell erfasst, lässt sich jederzeit abrufen und in Bilanzen ausgeben.

So sieht der Unternehmer jederzeit die tatsächlichen finanziellen Ressourcen des Betriebes und kann auf Veränderungen reagieren, bevor sie sich zu Problemen auswachsen. In der Finanzbuchhaltung können Schwächen in Organisation und Management sichtbar werden. Zu hohe Logistik- oder Einkaufskosten zum Beispiel, können sofort erkannt und ausgeglichen werden.

Bei aditum haben wir uns auf Fragen der Buchhaltung spezialisiert. Unsere Mitarbeiter erledigen die Bearbeitung der Belege und Aufstellung von Auswertungen schnell und zuverlässig. Wir weisen Sie auf Probleme hin und können Ihnen auf der Grundlage unseres jahrelang aufgebauten Know-Hows vorschlagen, an welchen Stellen Sie Ihre Abläufe optimieren könnten. Sie überlassen uns Ihre Unterlagen zur Bearbeitung und erhalten die gesetzlich notwendigen und darüber hinaus auch individuell gewünschten Auswertungen.

Einige unserer Leistungen als Steuerberater für Sie zum Thema Finanzbuchhaltung:

  • Buchhaltung
  • individuelle steuerrechtliche Beratung

Unsere Kanzlei hat Niederlassungen in Lübeck, Stockelsdorf, Grevesmühlen und Rostock. Darüber hinaus vertreten wir die Interessen unserer Mandanten deutschlandweit, auch bei Ihnen vor Ort

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