Stiftungsberatung: Stiftungen professionell gründen und verwalten

Ob soziales Engagement, Förderung bestimmter Zielgruppen oder ein sinnvoller Einsatz des Erbes - es gibt zahlreiche Gründe, ein privates Vermögen in eine Stiftung zu überführen. Jede Person und jedes Unternehmen kann eine Stiftung unter einem bestimmten Vorsatz ins Leben rufen, wobei es bei Gründung und Verwaltung viele rechtliche und persönliche Besonderheiten zu bedenken gilt. Durch eine professionelle Stiftungsberatung, beispielsweise durch spezialisierte Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte wird der Weg zur eigenen Stiftung professionell und ohne rechtliche Hürden geebnet.

Was sind Ziele und Zwecke einer Stiftung?

Eine einheitliche Definition für die Stiftung gibt es nicht. Allgemein wird von einer Stiftung gesprochen, wenn eine Privatperson, ein Unternehmen oder eine andere Institution Vermögen für einen spezifischen Zweck in eine Stiftung einbringt, wobei es für die Zielsetzungen der Stiftungsarbeit kaum Einschränkungen gibt. Im Regelfall findet dabei ein Vermögenserhalt statt, d. h. das Geld der Stiftung wird gewinnbringend angelegt und der Ertrag dieser Anlage für den Stiftungszweck eingesetzt.

Typische Beispiele sind gemeinnützige Stiftungen, die auf private Initiative oder von Firmen ins Leben gerufen werden. Diese können einen finanziellen Anreiz für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Form von Stipendien schaffen oder ihre Erträge in Form von Spenden oder Wettbewerbsgeldern zur Verfügung stellen. Soziales und gemeinnütziges Engagement wird am häufigsten mit der Stiftungsarbeit verbunden, muss sich aber nicht auf diesen Einsatzbereich beschränken.

Rechtsfähige und nicht rechtsfähige Stiftungen

Die rechtsfähige Stiftung ist die gängigste Form der Stiftung. Sie hat den rechtlichen Vorschriften nach §§ 80 ff. BGB zu folgen und bedarf einer staatlichen Anerkennung, um ihre Bezeichnung als Stiftung zu tragen. Das Hauptmerkmal einer rechtsfähigen Stiftung ist, das die Stiftung als autonomes Rechtsobjekt „sich selbst gehört“.

Von ihr abzugrenzen ist die nicht rechtsfähige Stiftung, im Regelfall in Form einer Treuhandstiftung. Bei dieser erfolgt die Zuwendung des Stiftungsvermögens bzw. der erzielten Erträge ausschließlich an den Treuhänder, der das Geld verwaltet und zu einem vertraglich festgeschriebenen Zweck einsetzt.

Stiftungsarten im Überblick:

Stiftungen lassen sich nach ihrer Rechtsform und ihrem Bestimmungszweck unterscheiden. Zu den wichtigsten Formen gehören:

Privatrechtliche Stiftungen: Sie stellen die mit Abstand häufigste Stiftungsart dar, die in den meisten Fällen einem gemeinnützigen Zweck folgen. Rechtlich werden diese Stiftungen durch die §§ 80 ff BGB geregelt und unterliegen der staatlichen Aufsicht.

Öffentlich-rechtliche Stiftungen: Diese Stiftungen werden von öffentlich-rechtlichen Einrichtungen gegründet und sind in die staatliche Verwaltung eingegliedert. In ihren Grundlagen sind sie mit privatrechtlichen Stiftungen vergleichbar, verfügen jedoch über Zusatzmerkmale.

Privatnützige Stiftungen: Familienstiftungen dieser Art erfüllen einen privaten, von den Stiftungsgründern vorgegebenen Zweck, beispielsweise zum Wohle eines bestimmten Unternehmens oder einer Unternehmerfamilie. Das Ziel ist die Erhaltung von Familienvermögen und der Gestaltung von Nachfolgeregelungen im Familienunternehmen.

Gemeinnützige Stiftungen: Diese Stiftungen dienen der Verfolgung von gemeinnützigen Zwecken und bilden den größten Anteil der Stiftungen in Deutschland.

Förderstiftungen: Eine Förderstiftung zeichnet sich durch ihr soziales Engagement mit einem bestimmten Förderzweck aus. Mittel der Stiftung können von Privatpersonen, Vereinen & Co. beantragt werden.

Operative Stiftungen: Diese Stiftungen führen selbst eigene Projekte durch.

Verbrauchsstiftungen: Diese Stiftungen sind nicht auf ein dauerhaftes Bestehen ausgelegt und werden häufig projektbezogen ins Leben gerufen. Anstelle der erwirtschafteten Erträge wird das Stiftungsvermögen sukzessive aufgebracht.

Die wichtigste Stiftungsformen im Überblick

Neben den bereits dargestellten Stiftungsarten gibt es eine Reihe von Stiftungsformen, die bestimmten Zwecken oder einen besonderen Umgang mit ihrem Stiftungsvermögen aufweisen. Zu diesen speziellen Formen gehören:

Kirchliche Stiftungen

Die kirchliche Stiftung dient im Regelfall mildtätigen und gemeinnützigen Zwecken. Sie kann ausschließlich von anerkannten Glaubensgemeinschaften ins Leben gerufen werden und genießt einige Privilegien gegenüber anderen Stiftungsformen. Der Einsatz der Stiftungsgelder muss nicht zwingend Angehörigen der entsprechenden Glaubensrichtung zugutekommen.

Familienstiftungen

Dies sind Stiftungen bürgerlichen Rechts, die ausschließlich dem Wohle ein oder mehrerer Familien dienen. Das Vermögen kann beispielsweise der Förderung zukünftiger Generationen der eigenen Familie dienen oder zum Fortbestand eines Familienbetriebs eingesetzt werden.

Gemeinschafts-, Dach-, Verbund- und Bürgerstiftungen

Stiftungen dieser Art vereinen das Interesse verschiedener Personen, Unternehmen oder Vereine, die eine gleiche Zielsetzung verfolgen. Diese Stiftungsart hat über die letzten Jahre an Bedeutung gewonnen, da ein stärkeres Bewusstsein entstanden ist, durch den Zusammenschluss von Vermögen in einer Dach- oder Verbundstiftung Zielsetzungen einfacher erreichen zu können. Insbesondere Bürgerstiftungen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Das Engagement für gemeinnützige regionale Projekte nimmt deutlich zu.

Unternehmensverbundene Stiftungen

Stiftungen dieser Art halten in ihrem Stiftungsvermögen Anteile bestimmter Wirtschaftsunternehmen. Unternehmensverbundene Stiftungen präsentieren sich häufig gemeinnützig und sozial engagiert, verfolgen jedoch auch eigene Ziele für eine gesicherte Unternehmenszukunft.

Doppelstiftungen

Die Doppelstiftung vereint den gemeinnützigen Charakter einer Stiftung mit einer Familienstiftung. In der Praxis erfolgt dies am häufigsten in der Rechtsform einer Holding, beispielsweise als GmbH.

Aufbau einer Stiftung - das sollten Sie beachten!

Für viele private, unternehmerische oder gemeinnützige Zwecke stellt eine Stiftung die ideale Einrichtung dar, um gesetzte Ziele umzusetzen und Vermögen sinnvoll zu verwalten. Da jede Stiftung einen individuellen Charakter besitzt und einzigartige Zielsetzungen verfolgt, ist eine kompetente Stiftungsberatung von der Gründung bis zur fortwährenden Verwaltung des Stiftungsvermögens unverzichtbar.

In welchen Schritten die Stiftungsgründung erfolgt

Der oder die Gründer haben im ersten Schritt abzuklären, ob die Stiftung tatsächlich ihren Zwecken am ehesten entspricht oder eine andere Rechtsform sinnvoller ist. Hierzu gehört die Überlegung, in welcher Höhe Vermögen der Stiftung zugeführt werden soll. Gerade Laien in Rechtsfragen übersehen schnell, dass der ins Stiftungsvermögen überführte Betrag grundsätzlich nicht mehr zurückgefordert werden kann.

Fällt die Wahl auf Gründung einer Stiftung, ist das Stiftungsgeschäft und die Satzung der Stiftung rechtssicher zu formulieren. Hierbei ist abzuklären, welche Gremien die eigene Stiftung auszeichnen soll und durch welche Personen diese zu besetzen sind. Die Beratung durch Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, beziehungsweise Rechtsanwälten ist obligatorisch, da nur gemeinnützige Stiftungen steuerliche Vorteile genießen.

Der Antrag auf Gründung einer Stiftung ist abschließend bei der zuständigen Stiftungsbehörde einzureichen, die den Antrag überprüft und verschiedene Kriterien wie den Stiftungszweck, das angemessene Stiftungsvermögen, sowie die steuerlichen Aspekte penibel überprüft. Wurde der Antrag bewilligt, muss das Stiftungsvermögen überwiesen werden, wobei Einigkeit über die Art der Geldanlage zum Erzielen von Erträgen erzielt werden muss. Von hier an ist ein professionelles Management der Stiftung und ihres Vermögens notwendig, sämtliche Transaktionen sind im Sinne des Gesetzgebers und der Satzung auszuführen und schriftlich zu vermerken.

Sinn einer professionellen Stiftungsberatung

Bereits die Wahl der geeigneten Rechtsform oder Stiftungsart stellt viele Interessenten vor große Probleme. Laien in Rechtsfragen sind unsicher, ob die zu gründende Stiftungen den Vorgaben des Gesetzgebers entspricht. Zwar besteht die Möglichkeit, nach Ablehnung durch die Stiftungsbehörde nachzubessern und den Antrag erneut zu stellen, gerade beim Anstreben steuerlicher Vorteile einer gemeinnützigen Stiftung sollten Sie jedoch von Anfang an einen seriösen Eindruck hinterlassen.

Eine professionelle Stiftungsberatung ist die richtige Entscheidung, um sämtliche Vorgaben des Gesetzgebers zu erfüllen und ohne Verzögerungen mit der Stiftungsarbeit beginnen zu können.

Der Steuerberater - Ihr Ansprechpartner für die Stiftungsberatung!

Einer der wichtigsten Ansprechpartner für die Gründung und Verwaltung einer Stiftung ist Ihr Steuerberater. Dieser kennt sich vor allem mit den steuerlichen Vorteilen einer gemeinnützigen Stiftung aus, liefert jedoch auch wertvolles Fachwissen rund um die Gründung einer Stiftung und ihre verschiedenen Rechtsformen. Als Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Rechtsanwälte und zertifizierte Stiftungsberater (DSH) steht das Team von Aditum Ihnen gerne in Lübeck, Stockelsdorf, Rostock, Schleswig-Holstein und der gesamten Bundesrepublik für eine professionelle Stiftungsberatung zur Seite. Setzen Sie Ihre Ziele einfach und ohne rechtliche Komplikationen um!

Artikel Hinweis

Die Artikel enthalten nur allgemeine Informationen und Hinweise, da bei jedem Mandanten die für ihn zutreffende Rechtsgrundlagen beachtet werden müssen, können sie eine individuelle Beratung nicht ersetzen.

Die Inhalte dienen der Information unserer Mandanten, jede Vervielfältigung, auch ausschnittweise, ist nur für den privaten Gebrauch gestattet.

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